„Niemand ist gezwungen, der Mensch zu sein, als der er geboren wurde. Stattdessen kann man sich zusammensetzen wie ein Puzzle.“ (Pajtim Statovci)
Seit ich klein war, sagten mir alle, ich sei „so“, wie ich geboren wurde, und würde auch so bleiben. Zu meinem Geburtstag steht in fast jeder Karte, dass ich mich nicht verändern und so bleiben soll, wie ich bin. Das hat mich lange verunsichert. Ist eine Veränderung also etwas Falsches oder Schlechtes? Im Folgenden möchte ich zeigen, warum Veränderung ein wichtiger Teil des Menschseins ist.
Wir Menschen entwickeln uns ständig weiter, emotional, körperlich und geistig. So wie Pflanzen wachsen, sich strecken, neue Blätter bilden oder im Herbst alte verlieren, verändern auch wir uns ganz selbstverständlich. Jeden Tag lernen wir etwas Neues und machen neue Erfahrungen. Wenn wir uns nicht verändern dürften, könnten wir auch nicht aus Fehlern lernen.
Es gibt Tage, an denen wir voll motiviert und bereit sind, auf das, was das Leben bringen kann. Aber es gibt auch Tage, an denen man sich schwach und deprimiert fühlt. Jede Erfahrung – ob Erfolg oder Misserfolg – formt uns und lässt uns reifer werden. Ausserdem ermöglichen Veränderungen Hoffnung und führen zu einem Neuanfang. Für mich bedeutet das: Wenn Veränderung möglich ist, bedeutet das auch, dass schwierige Situationen nicht endgültig sind, und jeder Mensch neu anfangen kann. Veränderungen ermöglichen es uns, Fähigkeiten zu entwickeln, neue Ziele zu verfolgen oder alte Muster loszulassen, was sehr wichtig, aber oft schwierig ist.
Viele Menschen sind mit der Angst aufgewachsen, ihr wahres Ich zu zeigen. Sie hatten Angst und gaben vor, jemand zu sein, der sie nicht sind. In der Schule oder in Filmen wird viel darüber gesprochen, wie wichtig Authentizität ist. Aber niemand sagt, wie schwierig es sein kann, sein wahres Ich zu zeigen. Jede Person, die diesen Schritt macht, ist stark und mutig. Ohne Veränderungen wären viele Personen nicht sie selbst und würden in der Angst leben und so ihr Potenzial verschwenden.
Vielleicht kennt ihr das Gefühl, wenn ihr realisiert, dass ihr etwas gegen euren früheren Willen oder eure alten Überzeugungen macht. Ihr macht etwas, wogegen ihr immer so sehr gewesen seid. Danach kann man enttäuscht von sich selbst sein oder sich unsicher fühlen. Doch genau diese Momente zeigen, dass man sich weiterentwickelt.
Zusammenfassend finde ich: Alle Menschen durchlaufen Veränderungen und das ist ein normaler Teil unseres Lebens. Niemand kann sie vermeiden. Veränderungen formen uns Menschen in vielen Aspekten und helfen uns, besser zu werden und aus unseren Fehlern zu lernen. Manche Veränderungen können auch zu etwas Schlechtem führen, aber das ist die Chance, daraus zu lernen. Am Ende sind wir alle Menschen und niemand ist perfekt.
Dieser Text ist im Rahmen der Impulswerkstatt November/Dezember 2025 von Myriade entstanden. Dafür stehen vier Bilder, der Begriff «Pflanzen» sowie das Zitat «Niemand ist gezwungen, der Mensch zu sein, als der er geboren wurde. Stattdessen kann man sich zusammensetzen wie ein Puzzle» (Pajtim Statovci) zur Verfügung.
Verfasst wurde er von Zofia im Wahlfach Bloggen 25/26.


Deine Überlegungen gefallen mir sehr ! Auch das Beitragsbild finde ich sehr passend !
Danke für Ihre Rückmeldung:)
Angst vor Veränderung ist ein Bremsklotz. Wenn man denn nur mit Bedacht einsetzt, wo Stillstand notwendig ist, kann man auch einmal neue Wege befahren und andere Gegenden erkunden 😀
Mir gefällt dein Beitrag sehr gut. Entwicklung und damit Veränderung gehört zum Leben unbedingt dazu.
Dankeschön:))