Die brennende Schule

Hey, ich bin Amanda. Ich bin 14 Jahre alt und gehe ins Gymnasium. Letztens ist etwas richtig Komisches passiert: Unsere Schule ist abgebrannt. Aber erst mal von vorn. Meine Schule, das Goethe-Gymnasium, ist ziemlich bekannt, vor allem wegen unserer Sportteams. Unser Fussballteam hat schon viele Spiele gewonnen und sogar Turniere bestritten. Deshalb kennt man unsere Schule auch ausserhalb der Stadt. Ich bin im ersten Gymnasialjahr.

Ich habe rote Haare, blaue Augen und liebe gestreifte Sachen. Wirklich alles an mir ist gestreift: meine Socken, mein Pulli, meine Hose, sogar mein Haargummi. Manche finden das komisch, aber mir gefällt es. Meine beste Freundin Louisa hat braune Haare und trägt am liebsten enge Jeans und schwarze T‑Shirts. Sie ist eigentlich das komplette Gegenteil von mir, aber genau deshalb verstehen wir uns so gut. In unserer Klasse sind zehn Mädchen und zehn Jungen.

An dem Tag hatten wir Sport bei Herrn Berger. Er war früher Trainer unseres Fussballteams und ist ziemlich streng, aber auch fair. Wir spielten gerade Volleyball in der Halle, und alle waren total konzentriert, weil wir in Teams gegeneinander spielten.

Plötzlich ging der Feuermelder los. Erst dachten einige, es wäre nur ein Fehlalarm, aber dann kam sofort eine Durchsage:

„Wir bitten alle Schüler und Schülerinnen, das Gebäude sofort zu verlassen. Treffpunkt ist der Aussensportplatz. Bitte bleiben Sie ruhig und vermeiden Sie Panik.“

Natürlich funktionierte das mit der Ruhe nicht wirklich. Viele Schüler gerieten in Panik, manche schrien, andere rannten einfach los. Auch ich bekam kurz Angst, aber Louisa packte mich am Arm und zog mich mit nach draussen. Auf dem Sportplatz wurde es langsam ruhiger. Die Lehrer versuchten, alle zu beruhigen und die Klassen zu sammeln. Zum Glück waren nach einiger Zeit alle Schüler und Schülerinnen in Sicherheit.

Kurz darauf traf die Feuerwehr mit mehreren Fahrzeugen ein. Man konnte schon Rauch aus einem Teil des Gebäudes aufsteigen sehen. Nach einer Weile wurden wir von Ärzten untersucht, um sicherzugehen, dass niemand Rauch eingeatmet hatte. Danach durften wir nach Hause gehen. Alle waren durcheinander und niemand wusste genau, was passiert war.

Zu Hause erzählte ich meinen Eltern alles. Sie waren ziemlich geschockt und stellten mir tausend Fragen. Am Abend bekamen wir dann eine Nachricht vom Schuldirektor, Herrn Felge:

Liebe Schüler und Schülerinnen
Aufgrund des heutigen Vorfalls bleibt die Schule bis auf Weiteres geschlossen. Der Unterricht wird online stattfinden. Die entsprechenden Links sind beigefügt und mit dem Fach beschriftet. Klickt darauf und ihr seid im Call. Der Stundenplan bleibt bestehen. Wer unentschuldigt fehlt, erhält eine Strafarbeit.

Ich zeigte die Nachricht meinen Eltern und wir redeten noch eine Weile darüber. Danach ging ich ins Bett, obwohl ich lange nicht einschlafen konnte.

Am nächsten Morgen stand ich erst fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn auf, putzte mir schnell die Zähne, zog mir oben ein schickes T-Shirt an (unten trug ich noch meine Jogginghose) und setzte mich vor den Computer. Der Online-Unterricht begann und irgendwie fühlte sich alles seltsam an.

Ein paar Tage später traf ich mich mit Louisa. Wir wollten ins Kino gehen, um auf andere Gedanken zu kommen. Auf dem Weg dorthin begegneten wir zufällig unserem Schuldirektor, Herrn Felge.

Er wirkte nervös. Seine Stimme war hektisch, und er schaute sich ständig um. Er sagte, dass die Polizei inzwischen von Brandstiftung ausgehe, also dass das Feuer absichtlich gelegt worden sei. Dann meinte er schnell, dass er noch ein Geschenk für seine Frau kaufen müsse, und verabschiedete sich hastig. Louisa und ich sahen uns an. „Irgendwas stimmt da nicht“, sagte sie. Ich nickte. „Woher weiss er das so genau?“

Am nächsten Tag beschlossen wir, uns die Schule noch einmal genauer anzusehen. Natürlich war alles abgesperrt und überall standen Zäune und Warnschilder. Aber von aussen konnte man trotzdem einiges erkennen. Wir gingen um das Gebäude herum, als wir plötzlich hinter der Turnhalle eine Gestalt bemerkten. Die Person trug dunkle Kleidung und schaute sich ständig nervös um. Es sah so aus, als würde sie etwas verstecken oder suchen. In dem Moment drehte sich die Gestalt zu uns um. Für einen kurzen Augenblick standen wir uns einfach nur gegenüber. Dann rannte die Person plötzlich los.

Ohne gross nachzudenken rannten wir hinterher. Mein Herz klopfte wie verrückt und ich hatte gleichzeitig Angst und Adrenalin im Körper. Wir liefen um das Gebäude herum, über einen kleinen Weg und durch einen halb offenen Zaun. Plötzlich stolperte die Person über ein Stück Schutt. Das war unsere Chance. Ich sprang nach vorn und hielt sie fest. Louisa kam sofort dazu und half mir, die Person am Boden zu halten.

Die Gestalt wehrte sich kurz, gab dann aber auf. Mit zitternden Händen zog ich die Kapuze und die Maske herunter. Ich konnte es kaum glauben. Es war unser Schuldirektor, Tobias Felge. Wir waren völlig geschockt. Für einen Moment sagte keiner von uns etwas. Dann griff Louisa nach ihrem Handy und rief die Polizei. Kurze Zeit später trafen die Beamten ein. Wir erzählten alles, was passiert war. Herr Felge wurde festgenommen.

In den nächsten Wochen wurde alles untersucht. Es stellte sich heraus, dass er tatsächlich das Feuer gelegt hatte. Er wollte Beweise verschwinden lassen und hatte gehofft, dass niemand ihn sehen würde. Einige Monate später stand in der Zeitung, dass die Schule grosse Geldprobleme hatte. Herr Felge hatte deshalb versucht, die Versicherung zu betrügen. Vor Gericht wurde er schuldig gesprochen und zu mehreren Jahren Haft verurteilt.

Inzwischen ist die Schule wieder aufgebaut, und wir haben wieder ganz normalen Unterricht. Aber dieses Erlebnis werde ich ganz sicher nie vergessen.

2 Antworten auf „Die brennende Schule“

  1. Ich finde die Geschichte ist sehr gut geschrieben, mal spannend, mal witzig und leicht. Die Personen sind sehr gut beschrieben, so dass man gleich ein Bild im Kopf hat.

    1. Danke viel mal für den Netten Kommentar.Es hat mir sehr viel spass gemacht die Geschichte zu Schreiben.

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