Der fremde Mann (ABC-Etüde)

An einem dunklen Abend im Dezember ging ich nach der Arbeit nach Hause. Die Strassen waren leer und überall hatte es Nebel. Plötzlich hörte ich Schritte hinter mir. Zuerst dachte ich, dass es nichts sei, aber dann bekam ich ein komisches Gefühl, als würde mich jemand verfolgen. Mein Instinkt sagte mir, dass etwas nicht stimmte, also lief ich schneller.

Nach ein paar Sekunden drehte ich mich vorsichtig um. Im Nebel sah ich einen Menschen mit dunkler Kleidung. Für einen kurzen Moment blieb die Person stehen, aber dann rückte sie immer näher zu mir. Ich bekam Angst und fing an zu rennen. Die Schritte hinter mir wurden schneller. Panisch rannte ich weiter, ohne nach hinten zu schauen. Mein Herz schlug schnell und plötzlich stolperte ich. Ich fiel hart auf den Rücken und danach wurde alles schwarz.

Als ich im Spital aufwachte, tat mir mein Kopf weh und ich fühlte mich benommen. Als ich zur Tür schaute, sah ich den Mann aus dem Nebel hinter dem Türrahmen stehen. Dieses Mal wirkte er aber eher nervös als gefährlich. Als er bemerkte, dass ich wach war, ging er schnell weg. Die Krankenschwester erklärte mir, dass ich grosses Glück gehabt hätte. Ich hätte mir fast den Rücken gebrochen, es sei ein Wunder, dass ich mir nur meinen Kopf verletzt hatte. Ausserdem erzählte sie mir, dass ein Mann namens Stefan mich rechtzeitig ins Spital gebracht habe.

Die Krankenschwester gab mir danach einen Brief, den Stefan für mich dagelassen hatte. Darin schrieb er, dass er sich schuldig fühle, weil er mich erschreckt hatte und ich aus Angst gestolpert war. Er erklärte auch, dass er sehr schüchtern sei und deshalb lieber einen Brief geschrieben habe als direkt mit mir zu sprechen.


Dieser Text ist Teil der ABC-Etüden, eines Projekts, das von Christiane am Leben gehalten wird. Im Mai 2026 sind die Begriffe Instinkt, schuldig, rücken vorgegeben. Die Länge des Textes darf 300 Wörter nicht überschreiten.

Geschrieben wurde diese Etüde von Sara B, einer Erstklässlerin des Schuljahrs 25/26.

2 Antworten auf „Der fremde Mann (ABC-Etüde)“

  1. Das ist ein ungewöhnlicher Verlauf einer solchen Verfolgungsgeschichte. Gefällt mir sehr gut, dass endlich mal der „Verfolger“ nicht der Böse, sondern eigentlich ein richtig Guter war.
    Danke, dass du mitgeschrieben hast! ;-D

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