Ich bin ein Handy – Melvin


Ich kann es nun endlich sagen, ich bin das wohl wichtigste Gerät dieses Jahrhunderts geworden. Ohne mich könnte man nicht mit Menschen auf der ganzen Welt kommunizieren und wäre auch nicht ständig erreichbar. Ich bin für die Menschen eine grosse Hilfe und sie können mittlerweile schon gar nicht mehr ohne mich leben.

Mein Alltag startet fünf Tage die Woche meistens ziemlich früh. Zum Beispiel heute Morgen hat er um 6 Uhr begonnen. Ich durfte meinen Besitzer mit meiner Weckerfunktion wecken, woraufhin er schon schlechte Laune bekam. Er tat mir irgendwie leid, aber was soll ich sagen, ich musste ja schliesslich auch schon um diese Zeit funktionieren.

In der Zwischenzeit hat er mich dann gar nicht gross gebraucht, sondern mich nur kurz angestellt, um die Zeit zu kontrollieren. Den Rest des Morgens verbrachte ich dann gelangweilt in der Hosentasche und konnte nur mal kurz sein Büro erblicken, als er mich zum Telefonieren aus der Tasche zog.

In der Mittagspause setzte er sich an einen Einzeltisch und nahm mich hervor. Er tippte auf mir herum und sah sich irgendwelche lustigen Reels auf Instagram an. Wenn der wüsste, dass ich auch alles sehe, was er schreibt oder anschaut. Er ist jedoch nicht der Einzige, der teilnahmslos auf mich starrt, die anderen Mitarbeiter, die in der Cafeteria sitzen, benehmen sich genauso.

5 Antworten auf „Ich bin ein Handy – Melvin“

  1. Melvin, vielen herzlichen Dank für den Beitrag, wie sich ein Händy unter den Menschheit fühlt 👍🏻👍🏻 Super genial geschrieben! Werde in Zukunft vorsichtiger sein, was ich versende oder wo ich rumsurfe 🏄🏄🏄

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: