Pechschwarzer Tag (Julian)

Es ist der 29. November und eigentlich ein ganz normaler Tag.

Ich wache auf, putze mir die Zähne und ziehe mich an. Auf einmal bemerke ich etwas: In meinem Zimmer steht ein seltsamer Topf, der eine pechschwarze Farbe hat. Diesen Topf habe ich noch nie gesehen. Ich nehme ihn in die Hand, gucke rein und tatsächlich befindet sich darin etwas. Ein Zettel. Mit blutverschmierten Schrift, also, ich schätze mal, es ist Blut, steht da einfach nur „ICH“.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich bereits ein ganz eigenartiges Gefühl. Ganz ruhig lässt es mich nicht, trotzdem kann ich nichts mit dieser Nachricht anfangen. Aufgrund dieses Ereignisses habe ich komplett die Zeit vergessen. Ich muss mich beeilen, damit ich rechtzeitig in die Schule komme.

Von der Schule wieder zu Hause angekommen, warte ich erstmal darauf, bis das Essen fertig ist. Bis dahin halte ich mich im Wohnzimmer auf und schaue ein wenig TikTok. Nach dem Essen habe ich das Bedürfnis, mich ein wenig hinzulegen und ungefähr eine halbe Stunde zu schlafen. Dies tue ich dann auch. So ungefähr um 13:10 klingelt mein Wecker, weil ich am Nachmittag noch Unterricht habe.

Und wieder, genau wie am Morgen steht der Topf mitten in meinem Zimmer. Mein erster Blick geht Richtung Regal, wo ich den Topf am Morgen hinstellte. Dort ist er nicht mehr.
Wieder befindet sich ein Zettel in dem Topf, auf diesem steht diesmal nur „WÜNSCHE DIR“. Wenn ich das mit der Nachricht vom Morgen verbinde, erhalte ich „ICH WÜNSCHE DIR“. Aber WER wünscht mir etwas? Und vor allem, WAS wünscht er oder sie mir?

So richtig ruhig hat mich das nicht gelassen, aber es ist wieder Zeit für die Schule. Da kann ich mich nicht wirklich konzentrieren, weil ich nicht weiss, was mich noch an diesem Tag erwarten wird. Irgendwann ertönen die Glocken zum Schulschluss und ich habe nicht wirklich Lust nach Hause zu gehen. Auf dem Weg dahin zerbreche ich mir nochmals den Kopf und denke darüber nach, was passieren kann und ob das meine letzten Stunden sind.

Zu Hause angekommen, öffne ich ganz langsam die Türe und es ertönt direkt ein lauter Knall. Ich erschrecke mich und falle zurück. Schnell schaue ich nach, was da auf mich wartet und mache mich fast schon auf die Flucht, bis ich merke, dass der Knall eine Konfettikanone war und im Eingangsbereich meine Familie steht.

An der Decke hängt eine Fahne, auf der „ALLES GUTE ZUM GEBURTSTAG“ in der genau derselben blutroten Farbe steht, wie bei den Zetteln in dem Topf. Erst jetzt realisiere ich, dass ich ja Geburtstag habe. Dieses ganze Spektakel mit dem Topf war geplant und hat mich so verwirrt, dass ich vergessen hatte, dass ich heute Geburtstag habe.

Puh, also ist das alles nochmals gut gegangen…


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