Meine Ferien in Griechenland
Ich war für drei Wochen in Griechenland. Meine Grosseltern leben sechs Monate in der Schweiz und sechs Monate in Griechenland, deshalb sind wir zu ihnen gefahren. Am ersten Tag besuchten wir das Dorf meiner Mutter, Trikala. Dort trafen wir meine Grosseltern, die krank waren, und der Besuch wurde sehr emotional.
Nach vier Stunden Besuch fuhren wir zurück zu unserem Zuhause. Eigentlich waren wir nicht „zurückgefahren“, denn wir kamen direkt vom Schiff ins Dorf. Unser Zuhause war etwa vier Stunden entfernt. Als wir ankamen, war es etwa vier Uhr morgens. Wir erledigten zuerst einige Dinge wie Einkaufen, Kleidung einräumen und die Wohnung putzen.
Ihr denkt euch jetzt sicher: „Um vier Uhr morgens einkaufen? Was soll das?“ Ich erkläre es euch. In unserer Nähe gibt es einen kleinen Supermarkt, der 24 Stunden geöffnet hat. Dieser Supermarkt wird von einer grossen Familie geleitet und die Mitglieder wechseln sich mit den Schichten ab. Ich hatte dort einmal einen Ferienjob und bekam ein gutes Gehalt.
Als alle fertig waren, war das Essen schon zubereitet. Wir assen und dann hat unser Urlaub begonnen.
Ihr müsst euch vorstellen, wir hatten nur ein Auto. Wenn meine Mutter also um acht Uhr morgens an den Strand wollte, war das nicht immer so einfach. Ich entschuldige mich, aber ich tanze nicht nach ihrer Pfeife. Natürlich würde ich laufen, allerdings war es so heiss, dass ich mir das lieber nicht antat.
Mein Vater und ich haben meist bis etwa 14 Uhr geschlafen. Dann musste meine Mutter uns abholen, weil wir ja kein Auto hatten und sie unbedingt morgens früh an den Strand musste. Unser Urlaub lief eigentlich jeden Tag gleich ab. Morgens an den Strand, nachmittags nach Hause. Gegen 18 Uhr gingen wir duschen und machten uns fertig für den Abend. Danach gingen wir entweder zu Fuss in die Stadt oder fuhren mit dem Auto.
In Griechenland essen wir immer Fisch, denn in der Schweiz gibt es keinen Fisch, den wir so gerne mögen wie dort. Oft blieben wir in der Nähe, da niemand Lust hatte, weit zu fahren.
In meiner Familie gibt es viele Mitglieder, was bedeutet, dass wir für Ostern, Weihnachten, Namenstage und Geburtstage viele Geschenke machen und erhalten.
In den Ferien war unser Tagesablauf immer ähnlich, bis auf ein besonderes Ereignis: eine Hochzeit.
Es war eine riesige Feier mit über 400 Gästen. Typisch in Griechenland sind die laute Musik, viel Tanzen und das obligatorische Lästern der Omas über die anderen Gäste. Da die Hochzeit vier Stunden entfernt war, hatten wir ein Hotelzimmer gebucht. Als wir ankamen, war ich total aufgeregt, weil ich meine Cousins und Cousinen wiedersah. Wir haben zusammen gegessen, und es gab durchgehend Musik, zu der wir getanzt haben.
Später haben alle in meinem Alter einen Treffpunkt gefunden, an dem wir „Wahrheit oder Pflicht“ spielten. Der Abend war wunderschön, aber um acht Uhr morgens im Hotelzimmer anzukommen, nein, das war definitiv zu viel für mich. Am nächsten Tag waren wir alle so müde, dass wir einfach nur geschlafen haben.
Leider gingen die Ferien viel zu schnell vorbei, und wir mussten zurückfahren. Die Rückreise war mit dem Schiff, und dort trafen wir viele Leute, die wir kannten, darunter meinen Tanzlehrer. Es war schön, sich zu sehen, da er mit meinen Eltern aufgewachsen ist.
Abschied meines besten Freundes
Ich hatte einen besten Freund, mit dem ich aufgewachsen bin. Er hiess Charly und lebte in Altstetten. Als ich noch in Seebach wohnte, gingen wir jeden Tag nach der Schule zusammen raus. Wir hatten zwar auch noch andere gemeinsame Freunde, aber wir blieben meist unter uns. Seine Mutter war wie eine zweite Mutter für mich, und meine Mutter war für ihn das Gleiche.
Wir haben wirklich alles zusammen gemacht. Eines Tages lernte er ein Mädchen namens Mila kennen. Sie war wirklich gut für ihn. Ich habe mich sehr gefreut, dass er jemanden gefunden hatte, der ihn genau richtig behandelte. Doch leider ist er am 22. Oktober 2023 bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen. Er hatte das Geschwindigkeitslimit überschritten. Seine Freundin überlebte den Unfall, doch Charly nicht.
Bei der Beerdigung bin ich zusammengebrochen und musste ins Krankenhaus gebracht werden, da mein Blutzucker sehr niedrig war.
Als ich später zu ihm nach Hause kam, fand ich etwas Besonderes. Er besass einen „Promise Ring“, der in einer Freundschaft oder Beziehung ein Versprechen symbolisiert. Daneben lag ein Brief, in dem stand, dass er Mila über alles liebte und er sich um das Kind kümmern würde, auch wenn es schwierig werden sollte.
In diesem Moment habe ich erfahren, dass Mila schwanger war. Nur er wusste davon. Ich las den Brief und ging sofort ins Krankenhaus zu seiner Freundin. Leider hat das Kind den Unfall nicht überlebt. Ich bin immer noch schockiert.
Warum ich das in diesem Rückblick erzähle? Weil er im August Geburtstag gehabt hätte. Wir haben für ihn eine kleine Feier organisiert, die uns sehr nahe ging.
Nach der Feier gingen wir an sein Grab und später zu mir nach Hause, wo wir uns lange unterhalten haben. Wir denken alle oft an ihn.

