Vom Traum zur Technik – Leonisas PU-Projekt im Nageldesign

Einleitung

Im Rahmen des PU-Unterrichts erhielten wir den Auftrag, ein eigenes Projekt zu realisieren. Diese Dokumentation ist ein wichtiger Teil meines Auftrags. Am Anfang hatte ich viele Ideen für mein Projekt, von Umfragen mit Menschen, die an einer Krankheit leiden, bis hin zur Umgestaltung meines Zimmers. Es fiel mir schwer, mich zu entscheiden, da mir viele verschiedene Möglichkeiten durch den Kopf gingen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass wir so viel Freiheit bekommen haben. Unsere PU-Lehrperson stellte uns eine PowerPoint mit Ideen zur Verfügung, um uns zu inspirieren und unseren Ideen freien Lauf zu lassen. Diese Freiheit war für mich persönlich auch eine Herausforderung, weil sie von uns verlangte, selbstständig zu denken und für unsere Probleme eigene Lösungen zu finden.

Ich überlegte lange hin und her. Ich wollte etwas machen, das nicht viele andere machen. Sehr oft hörte ich ähnliche Projektideen, aber ich wollte etwas Einzigartiges schaffen, etwas, das niemand anderes macht.  

Dann kam mir die Idee, Gel-Nägel zu machen. Schon als Kind war ich begeistert von Nagelstudios und den schönen Designs. Ich wollte auch immer solche Nägel, aber meine Eltern erlaubten es mir nicht, was ich zu dem Zeitpunkt nicht akzeptieren wollte, aber musste.

Jetzt wollte ich mir meinen Kindheitstraum erfüllen. Ich entschied mich für dieses Projekt, weil ich dabei sehr kreativ sein kann. Gleichzeitig sparte ich Geld, da der Besuch im Nagelstudio sehr teuer ist. Wenn ich die Nägel zu Hause machen kann, ist es viel besser und angenehmer. Ich bin überzeugt, dass ich durch dieses Projekt viel lerne und selbstständiger werde.

Ich kann meiner Kreativität freien Lauf lassen, neue Dinge ausprobieren und mich weiterentwickeln. Mein Projekt wird wie ein kleines Atelier für mich. Es wird eine spannende Erfahrung, in der ich mich kreativ ausdrücken und gleichzeitig viel dazulernen kann.

Zielsetzung

Schon am Anfang habe ich mir klare Ziele gesetzt: Ich setze ein Projekt um, das mir Spass macht, und lasse mich nicht zu sehr von anderen beeinflussen. Es war mir wichtig, meine Ideen und Kreativität auszuleben, sei es mit Farben, Stickern oder Zeichnungen.

Es war mir wichtig, meine Ideen und Kreativität auszuleben – sei es mit Farben, Stickern oder Zeichnungen.

Ziele – Grundlagen

Ich möchte die verschiedenen Gel-Arten wie Farbgel, Aufbaugel und Versiegelungsgel kennenlernen. Ebenso ist es wichtig, die benötigten Werkzeuge wie Pinsel, Fräser, LED-Lampe und Feilen richtig zu verwenden. Auch die korrekte Vorbereitung des Naturnagels gehört zu meinem Grundwissen.

Ziele – Techniken

Ich will lernen, wie man einen gleichmässigen Aufbau gestaltet und regelmässig feilt, ohne dass Liftings oder Luftblasen entstehen. Ausserdem ist es wichtig, dass die Nägel unter der LED-Lampe vollständig aushärten.

Ziele – Designentwicklung

Ich habe mir vorgenommen, am Anfang keine zu schwierigen Designs zu machen. Ich beginne mit Glitzer, Stickern oder einfachen Mustern. Auch Farbverläufe wie Ombre möchte ich sauber und präzise gestalten. 

Ziele – Hygiene 

Ich muss steril und sauber arbeiten. Mein Arbeitsplatz und meine Werkzeuge müssen immer desinfiziert sein. Ausserdem trage ich Handschuhe und eine Maske, um mich vor dem Staub zu schützen, da das Einatmen nicht gesund ist. Zusätzlich muss ich darauf achten, die Nägel richtig zu entfernen, ohne den Naturnagel zu verletzen. 

Ziele – Geschwindigkeit 

Ich muss eine Routine entwickeln, um Zeit zu sparen. Ein sauberer Aufbau der Nägel ist wichtig, damit ich nicht zu viel feilen muss, da das Feilen sehr zeitaufwendig ist. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit und lasse mich nicht ablenken. 

Projektverlauf 

Vorgehen

Am Anfang des PU-Unterrichts haben wir gelernt, wie man im Team arbeitet, was dabei wichtig ist und dass ein gutes Klima im Team essenziell ist. Jetzt geht es mehr darum, selbstständig zu überlegen und das Gelernte umzusetzen. Ich finde das sehr gut, da wir dadurch lernen, eigenständiger zu werden und möglichst selbstständig mit unseren Problemen umzugehen. 

Bevor ich mein Projekt gewählt habe, habe ich mich für einen Nagelkurs in Luzern angemeldet und diesen auch absolviert. Der Kurs dauerte vier Tage, und dort habe ich alle grundlegenden Schritte kennengelernt. Im Nachhinein bin ich sehr froh, diesen Kurs gemacht zu haben, da ich dadurch bereits etwas Erfahrung sammeln konnte. 

Dann kam die Ankündigung, dass wir uns für ein Projekt entscheiden sollten. Wir mussten Skizzen anfertigen und unsere Ideen in einem Lotus-Diagramm festhalten. Ausserdem mussten wir einen Antrag schreiben und verschiedene Fragen beantworten, wie 

  • Wie bist du auf dieses Projekt gekommen? 
  • Was sind die Vor- und Nachteile dieses Projekts? 

Nachdem wir unsere Projekte verschiedenen Lehrpersonen vorgestellt und sie zur Bestätigung vorgelegt hatten, wurden wir in neue Gruppen eingeteilt. In diesen neuen Gruppen mussten wir einen detaillierten Arbeitsplan erstellen, der festlegte: 

  • Wann gehe ich einkaufen? 
  • Wo arbeite ich? 
  • Wann schreibe ich an meiner Dokumentation? 
  • Wann arbeite ich zu Hause und wann in der Schule? 

Wir mussten wirklich alles genau durchplanen, da wir sonst nicht anfangen durften. Nachdem alles geplant war, gab es ein abschliessendes Gespräch, in dem alle offenen Fragen geklärt wurden, wie: 

  • Was mache ich? 
  • Wie mache ich es? 
  • Habe ich Unterstützung? 

Umsetzung

Am ersten Mittwoch begann ich mit meiner Arbeit. Ich hatte mittwochs immer um 10 Uhr Schulschluss und konnte dann zu Hause bis zum Mittag arbeiten. Das fand ich sehr gut, da ich so wirklich viel Zeit hatte, um zu üben, aus meinen Fehlern zu lernen und selbstständig zu arbeiten. 

Ich habe oft alleine gearbeitet, aber ich war nicht wirklich alleine. Ich hatte meine Musik. Wenn ich mit Musik arbeiten kann, brauche ich keine anderen Menschen um mich herum, da ich mich so besser konzentrieren kann. Auch wenn meine Mutter mittwochs zu Hause war, habe ich in meinem Zimmer gearbeitet. 

Von der Schule haben wir 50 Franken erhalten, um Materialien für unser Projekt zu kaufen. Ich hatte bereits Aufbaugel, Base Coat, Farbgele, Versiegelungsgele, Top Coat und LED-Lampen zu Hause, aber ich brauchte noch wasserfeste Unterlagen. Ausserdem habe ich mir eine Übungshand bestellt.

Ich war sehr aufgeregt, als ich die Bestellung bekam. Ich hatte acht Tage darauf gewartet. Als ich das Paket endlich öffnen konnte, war ich sehr glücklich. Die Qualität sah auf den ersten Blick sehr gut aus und beim Testen war ich überrascht, wie gut alles funktionierte. Das hätte ich nicht erwartet. 

Mein PU-Lehrer war jedoch etwas skeptisch, als er erfuhr, dass ich meine Materialien bei Temu bestellt hatte. Er wollte mir nicht glauben, dass die Produkte gut sind, und empfahl mir ständig andere Online-Shops. Doch ich sah es nicht ein, so viel Geld für Einwegprodukte auszugeben.

Ich erklärte ihm, dass ich Gele, Farben und Lampen bereits zu Hause hatte, da man bei solchen Dingen wegen übertragbarer Krankheiten besonders vorsichtig sein muss. Danach war er beruhigt und liess das Thema ruhen. 

Design und Videos

Nun war es an der Zeit, Designs auszuwählen, die mich inspirieren. Ich wollte ein Video vom gesamten Nagelprozess erstellen und eine kleine Nagelausstellung für meine Präsentation am Schluss machen. Für mein Video benötigte ich jedoch noch einige Dinge. Gemeinsam mit meinem Lehrer kam ich auf die Idee, ein Drehbuch zu schreiben, damit ich nur relevante Schritte zeige und unnötige Szenen vermeide. Das Video sollte klar und verständlich sein. 

Ich brauchte ausserdem eine Person, die sich von mir die Nägel machen lässt, sowie ein Stativ, um das Video professionell aufnehmen zu können. Nachdem ich mein Drehbuch geschrieben hatte, überlegte ich mir, dass ich an diesem Tag gerne ausgefallene Nägel gestalten wollte, nicht einfach nur langweilige Designs. Natürlich ist das Geschmackssache, aber ich wollte mich selbst herausfordern. 

Ich habe oft mit meiner Übungshand gearbeitet und verschiedene Designs ausprobiert. Anfangs fiel es mir schwer, eigene Ideen zu entwickeln, aber zum Glück gab es Pinterest, wo ich mich inspirieren lassen konnte.

Bei schwierigen Designs habe ich mir Tutorials angesehen und die Schritte nach und nach gelernt. Danach hiess es üben, üben, üben. Anfangs habe ich die Schichten noch viel zu dick aufgetragen, weshalb ich sehr lange gebraucht habe, um alles wieder abzufeilen. 

Als ich mir sicherer war, habe ich meine Nachbarin gefragt, ob sie sich von mir die Nägel machen lassen möchte. Ich habe sie jedoch vorgewarnt, dass es etwas länger dauern könnte und ich nicht jedes Design umsetzen könne, da ich mich noch nicht ganz sicher fühlte. Das Ergebnis wurde überraschend gut und ich brauchte nur eine Stunde und 45 Minuten. 

Kurz darauf kam meine Cousine aus Deutschland zu Besuch. Ein Glücksfall, denn sie liebt auffällige Nägel. Sie wünschte sich Sailor-Moon-Nägel. Obwohl ich kein Fan davon bin, machte ich sie ihr sehr gerne. Das Design war anspruchsvoll, aber wir passten es leicht an. So war das Original-Design quadratisch, aber sie wollte eine Mandelform. Es ist wichtig, auf Kundenwünsche einzugehen.

Wir haben den gesamten Prozess aufgenommen. Das komplette Video war drei Stunden lang, aber ich habe es geschnitten und gekürzt, sodass es am Ende nur noch drei Minuten dauerte. 

Dann nahm ich noch ein Intro auf, sprach ein Voice-over ein und schrieb parallel meine Dokumentation.

Anpassungen

Anfangs machte ich die Schichten zu dick und liess das Gel nicht richtig aushärten. Das konnte ich aber durch Übung deutlich verbessern. Ich entwickelte eine Routine, die mir half, Zeit zu sparen und präziser zu arbeiten.

Rückblick

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Projekt, ich habe meine eigenen Erwartungen übertroffen. Das Projekt hat mir wieder einmal gezeigt, dass Probieren über Studieren geht. Ich habe sehr selbstständig gearbeitet, Fehler analysiert und daraus gelernt.

Wir hatten jeden Mittwoch zwei Lektionen während der Schulzeit, um am Projekt zu arbeiten, auch zu Hause. Das war für mich ideal, da ich dort alles griffbereit hatte. Oft arbeitete ich zusätzlich in meiner Freizeit. Das war eine gute Entscheidung, denn sonst hätte die Zeit nicht gereicht.

Was ich anders machen würde: Weniger grübeln, ob alles gut wird – einfach anfangen! Vieles klärt sich während des Tuns. Natürlich gab es Designs, die mir nicht gefielen: Der Aufbau war zu dick, die Farbe stimmte nicht oder es entstanden Liftings. Ein Lifting bedeutet, dass sich das Gel vom Naturnagel ablöst oder Luftbläschen entstehen. Ich fand heraus, dass das oft an schlechter Vorbereitung liegt, eine wichtige Erkenntnis.

Ich habe in dieser Zeit auch Teile der Dokumentation geschrieben, wollte sie nicht auf den letzten Drücker erledigen. Dennoch habe ich lieber an meinem Projekt gearbeitet – das war spannender.

Beurteilung

Ich habe motiviert und selbstständig gearbeitet, Fehler analysiert und viel daraus gelernt. Die Übung gab mir Sicherheit. Ich arbeitete nicht nur während der offiziellen Zeiten, sondern auch in meiner Freizeit.

Was ich verbessern möchte

Ich möchte mir in Zukunft weniger Sorgen machen und früher loslegen. Es wäre gut, verschiedene Designs und Farben frühzeitig zu testen, um Unsicherheiten zu vermeiden.

Für das nächste Mal

Weniger vorausdenken, mehr machen – und währenddessen lernen.

Besonderes

Mein Ergebnis ist für mich einzigartig, fast wie handgemachte Kunst. Ich habe selbstständig gearbeitet, aus Fehlern gelernt und nie aufgegeben. Und: Ich kann das Gelernte auch in Zukunft gut gebrauchen.

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