Die Hoffnungsbank

Dies ist kein Liebesbrief, kein Krimi, kein Rückblick und auch keine Fabel. Nein. Dies ist eine kleine, aber herzerwärmende Geschichte für all jene, die genug von den heutigen Problemen haben oder einfach einmal der Realität entfliehen möchten, wenn auch nur für einen kurzen Moment.
Also falls du dich danach fühlst: Lies gerne mal rein. Ich hoffe, sie kann dich für ein paar Minuten ablenken oder vielleicht sogar zum Nachdenken bringen.


Jogger, bellende Hunde, Mütter mit ihren Kindern, alle gefangen in ihrer eigenen Welt. Doch es gab einen Mann, hilfsbereit und gutherzig, der die Gabe hatte, zu beobachten. Er erkannte die Probleme anderer und fand Wege, ihnen zu helfen. Ein kleines Notizbuch, ein Stift, eine Bank und seine Sinne, mehr brauchte er nicht, um glücklich zu sein.

Joggerin (23) beendete ihre 5‑jährige Beziehung:

Jeden Morgen nach seinem Spaziergang durch den Park, sass er dort, immer auf derselben Bank. Ich hatte ihn einige Male gesehen, doch erst, als ich in meiner Verzweiflung begann, in der Natur nach Antworten und Hilfe zu suchen, fiel er mir wirklich auf.

Eines Tages, als ich auf der gegenüberliegenden Seite eine kleine Pause machte, bemerkte ich es: diese Ruhe, diese Güte in seinen Augen.

Als er mich bemerkte, bat er mich zu sich. Ich weiss nicht, warum, aber etwas brachte mich zum Reden. Er sagte nicht viel, er hörte einfach nur zu. Und plötzlich fühlte es sich an, als wäre mir eine riesige Last von den Schultern genommen worden.

Frau mit Hund (49), konnte sich ihren Hund nicht mehr leisten

Mein Hund liebte ihn.

Ich konnte nur diese eine Route mit ihm gehen, da ich nicht viel Zeit für ihn hatte. Lange fühlte ich mich deshalb schlecht und mich plagten Schuldgefühle. Doch irgendwann war mein Hund jedes Mal sehr aufgeregt, wenn wir uns der Bank des alten Mannes näherten.

Beim ersten Mal wollte er gar nicht mehr weiter, nachdem der Mann ihn gestreichelt hatte.
Ich entschuldigte mich und zog ihn schliesslich fort, da ich zur Arbeit musste.

Ein anderes Mal war mein Hund so stur, dass ich keine Wahl hatte: Ich liess ihn dort.
Es war keine leichte Entscheidung, aber etwas in mir wusste, dass der Mann gut auf ihn aufpassen würde.

Junge (13), kam in der Schule kaum mit

Ich hatte viele Probleme zu Hause, besonders zu Zeiten der Notenabgabe. Meine Eltern wussten nichts Besseres, als mit mir zu schimpfen. Abends floh ich deshalb in den Park und hörte Musik, um abzuschalten und den Problemen auszuweichen.

Eines Tages, als ich gerade gehen wollte, kam der Mann zu mir, steckte mir wortlos einen Zettel zu und ging stumm zurück auf seine Bank.
Darauf stand:
Jeder Fluss endet schliesslich im Meer. Du bist stark. Du weisst das. Lass dich nicht runterkriegen.

Am Anfang fand ich es albern. Doch als ich die Worte vor dem Einschlafen nochmals las, gaben sie mir ein besonderes Gefühl. Ich kann es nicht beschreiben, doch es fühlte sich gut an. Und zum ersten Mal seit Langem fühlte ich mich wertgeschätzt, gesehen und verstanden.


Neun Jahre lang half dieser Mann, nur durch sein Dasein, sein Zuhören, seine Ratschläge, unzähligen Menschen. Als er schliesslich starb, trauerte die ganze Stadt um ihn. Seine Bank wurde zur Hoffnungsbank umbenannt. In das Holz sind einige seiner Sprüche eingraviert. Sprüche, die er über die Jahre in seinem Notizbuch festgehalten hatte:

„Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Mittagssonne, blaue Stunde, goldene Stunde, Sterne. Egal zu welcher Zeit: Der Himmel hält immer die schönsten Farben für dich bereit.“

„Sommer, Herbst, Frühling, Winter. Veränderungen sind normal und manchmal das Schönste, was dir passieren kann.“

„Trauer, Wut, Angst. Kein Wind wird wärmer, wenn du keine Jacke anziehst. Kein Regen wird trockener, wenn du keinen Schirm hast. Die Hitze wird nicht kälter, wenn du in Winterkleidung bleibst. Was auch immer du gerade fühlst, wird nicht verschwinden, wenn du es ignorierst.“

„Manchmal hilft es, einfach nur darüber zu sprechen, um den Knoten in deinem Kopf zu lösen.“

„Eichhörnchen, Bären, Igel, Murmeltiere. Winterschlaf. Pausen sind besser, als in der Kälte zu sterben.“

„Du weisst es nicht, aber vielleicht ist dein Lächeln genau das, was eine Person heute braucht.“

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