Felder, Wüste und Erinnerungen (Impulswerkstatt)

Der Mittelpunkt der Wälder, kahle Stellen und meist mit Acker überbaut, das Feld. Eines der wichtigsten Dinge der Menschheit wird seit Jahrtausenden genutzt für Nahrung, die wir am meisten brauchen.

Warum werden Felder immer quadratisch angelegt? Warum nicht in Form eines Dreiecks? Wahrscheinlich, weil es weniger Platz braucht und angenehmer ist zu bewirtschaften. Auf der Landkarte fallen die Felder sofort ins Auge. Grün, gelb, weiss und braun, wenn gerade nichts angebaut wird.

Früher, als kleines Kind, spielte ich mit meinen Freunden viel im Maisfeld: hohe Pflanzen, Schutz vor Sonne und ein super Platz, um sich zu verirren.

Eines Tages, als wir wieder in diesem Feld Verstecken spielten, verlief ich mich und ging immer weiter in die falsche Richtung. Ich konnte das Licht vom Ausgang nicht mehr sehen. Nur wenn ich nach oben schaute, sah ich Wolken und Strahlen der Sonne. Es war eine Stille, die ich noch nie wahrgenommen hatte, nur die Tritte meiner Schuhe waren zu hören. Nach etwa zehn Minuten fand ich jedoch einen Ausgang, etwa 30 Meter vom Haus entfernt. Seither habe ich diese Stille nie mehr gehört.

Später, während der Sommerferien zwischen der ersten und der zweiten Sekundarschule, reiste ich nach Amerika. Mit meinem Vater machte ich eine Autotour durch Las Vegas, weiter nach Arizona und schliesslich nach Kalifornien, nach Los Angeles.

Als ich aus dem Flughafen trat, traf mich eine brutale Hitze von fast fünfzig Grad. Wir holten den Mietwagen und fuhren los, überall Wüste, nirgends Ackerland. Kein Schatten weit und breit, nur flirrende Luft über dem endlosen Asphalt.

Nach etwa anderthalb Wochen machten wir uns auf den Weg Richtung Arizona. Je weiter wir fuhren, desto grüner wurde die Landschaft, bis plötzlich riesige Ackerflächen auftauchten. Ich denke mal, es waren Kartoffeln und anderes Gemüse. Eine so riesige Fläche Ackerland hatte ich in Europa noch nie gesehen. Es war überwältigend.


Dieser Text ist im Rahmen der Impulswerkstatt September/Oktober 2025 von Myriade entstanden. Dafür stehen vier Bilder, der Begriff «Felder» sowie das Zitat «Der reissende Strom wird gewalttätig genannt, aber das Flussbett, das ihn einengt, nennt keiner gewalttätig.» (Bertolt Brecht) zur Verfügung.

Verfasst wurde er von Timo im Wahlfach Bloggen 25/26.

2 Antworten auf „Felder, Wüste und Erinnerungen (Impulswerkstatt)“

    1. Ich danke herzlich für das Kompliment. Ja, ich fand die riesigen Felder sehr beeindruckend, vor allem, weil in Amerika alles sehr gross dargestellt ist. Irgendwann möchte ich da hinziehen 🙂

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